Das Wolkenzimmer - download pdf or read online

By Irma Krauß

ISBN-10: 3641017106

ISBN-13: 9783641017101

Ein bewegender Jugendroman zum Thema Judenverfolgung, Überleben im Versteck – und über den unschätzbaren Wert des Lebens.

Brennenden Liebeskummer im Herzen stürzt Veronika einen Turm hinauf, um in den Tod zu springen. Doch stattdessen findet sie auf dem Turm das Leben - und einen Menschen und seine Geschichte. Im »Wolkenzimmer« stört Veronika den alten Türmer und sein Geheimnis auf. Stück für Stück erfährt sie von dem jüdischen Jungen in der NS-Zeit, der er einmal conflict, und von seinem verzweifelten Versuch, im Versteck zu überleben …

Irma Krauß ist ein beeindruckender Brückenschlag gelungen: Hier das Mädchen von heute, das sein Leben wegwerfen will – dort der Junge von damals, der sein Leben gerade noch retten konnte. Und über allem blitzt es durch: Das Leben und wie unendlich kostbar es ist.

Berührend, atmosphärisch dicht, meisterhaft geschrieben.

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Sie hat nicht gewusst, dass sie sich nicht abschütteln kann, wenn sie das sieht, dieses wahnsinnige, luftige, helle Garnichts da draußen. Sie hat nicht gewusst, dass sie in dem Moment, in dem sie sich schon fliegen sieht, hui, durch den weiten, freien Raum nach unten, dass sie in dem Moment schwer wird wie ein Wassersack, nicht mehr wegzukriegen. Dass sie sich ansaugt wie eine Nacktschnecke. Bibbernd hängt sie an der Turmwand und macht sich in die Hose, weil sie nicht aufhören kann, sich fallen zu sehen, während sie die Augen zudrückt und ein Stöhnen aus ihrem Hals kommt und die Spucke von ihrem Mund den Stein nass macht, auf den sie das Gesicht presst, als müsste sie da hinein.

Wenn sie das hinter sich hat, kann sie aber vielleicht genauso gut Tee trinken. Sie lässt den Reisesack liegen und geht die Treppe hinab, hinter ihr fällt die Glöckchentür zu und lärmt. Die Toilette ist eine Kabine mit dem Nötigsten. Im Vorraum ein einfaches Waschbecken aus weißem Porzellan und ein Spiegel. Veronika kneift die Augen halb zu, damit sieht sie immer noch genug. Sie fächert mit den Fingern durch ihre Haare, die vom Färben spröd und strohig sind. Das Färben war ein Missgriff und wurde stümperhaft gemacht.

Als er in die Türmerstube zurückkam, lag Veronika auf seinem Bett. Auf seinem Bett! Sie verschlief den ganzen Tag. Sie aß am Abend von seinem Brot und bereitete sich aus den Decken, die er ihr gab, ein Lager im Vorraum, wo sie ihre zweite Nacht verbrachte. Fünfmal stieg er, wie jede Nacht, zum Kranz hinauf, um der alten Tradition Genüge zu tun und den Wächterruf über der schlafenden Stadt erschallen zu lassen; fünfmal lag das Mädchen unverändert da. So schlafen zu können! Der Türmer selbst schlief unruhig.

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Das Wolkenzimmer by Irma Krauß


by Ronald
4.5

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